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Noch 400 Tage

Von Weinproben, Motoren und Facebook.

Es werden vermutlich deutlich weniger Tage sein, bis wir Luxembourg verlassen. Ich bin mir sicher, dass wir in einem Jahr längst nicht mehr hier sind. Es sind noch 400 Tage, bis uns die Rivercafe übergeben wird und wir unsere Köpfe zum ersten Mal auf „Rivercafe“ Kopfkissen betten können.

Die Zahl im morgendlichen Dampf meiner Dusche hat sich halbiert und die Zahl der verbleibenden Läufe durch die Luxembourger Wälder liegt unter 100. Unser Fitnessprogramm läuft unverändert weiter und ich überlege schon, die Elektrowinschen wieder abzubestellen. 🙂 Es mehren sich die Ereignisse, die wir zum letzten Mal erleben. Das war das letzte Osterfest mit den traditionellen Bretzeln (die Tradition ist Luxembourg ist, dass der Mann seiner Frau eine Woche vor Ostern einen süßen Riesenbretzel kauft und sie schenkt ihm zu Ostern ein Schoko Ei). Es war die letzte Verkostung Luxembourger Weine, unsere nächste Weinprobe wird in Stellenbosch/RSA sein. Wir wanderten die finale 1. Mai Wanderung mit unseren Luxembourger Freunden, Shirleys Hights in Antigua wird der nächste Hike auf den ich mich freue.

Wir sind tatsächlich auf farewell Tour vor unserer Weltumsegelung. Wir treffen uns mit vielen Freunden vermutlich zum letzten Mal an Land und es fühlt sich ein bisschen an, wie bei einem farewell mit Seglerfreunden. Das ist eine traurige Seite des Segelns. Man trifft und verabschiedet sich ständig von sailing mates, welcome und farewell sind Teil deiner Tage.

In den letzten 100 Tagen habe ich mich vor allem mit meinen Lieblingen, den Bürokraten rumgeschlagen. Es ist bewusstseinserweiternd zu sehen, wie leicht man durchs Rost fällt. Insbesondere mit dem Plan einer Weltumsegelung steht man vor schier unüberwindlichen Hürden. Meine akuten Erfahrungen mit Krankenversicherung, Pässen, Flagge und anderem mehr, habe ich hier (link klicken) beschrieben. Unser Haus ist seit kurzem auf dem Markt und die ersten Gespräche mit Interessenten laufen. Wenn jemand ein formidables Haus in Luxembourg sucht, das ist die einmalige Gelegenheit. Es bleibt aber noch einiges bürokratisches auf der Liste zu regeln.

Die Häufigkeit des Austauschs mit anderen Leopard Eignern steigt kontinuierlich und mein Wissensschatz wächst täglich. Auch nach einem Jahr auf See bleibt noch viel zu lernen da die Cat Welt neu für mich ist. Unser Ausbildungs- und Trainingsprogramm steht. Ka kümmert sich um Gesundheit, Pflege und Fitness. Ich mache den Hausmeister (oder heißt das Schiffsmeister bei einem Schiff?) und habe mich für Kurse angemeldet, z. B. Motor und versuche die Bord Elektrik zu verstehen. Vor ein paar Jahren hatte ich gerade mal einen Hammer und ein Handy um jemand anzurufen, wenn was kaputt war. Das funktioniert auf der Langstrecke nicht wirklich gut und so bildet sich der Herr auch handwerklich weiter. Leopard wollte mich nicht als Praktikant – ich hatte angefragt ein paar Wochen in der Werft zu „handlangern“ um was zum Schiffsbau zu lernen. Verstehen kann ich`s, wer will schon die dummen Fragen eines BWL`lers und Marketing Fuzzis hören.

Neu ist auch, dass wir jetzt mit dem Namen Sail Rivercafe bei Facebook sind. Aber nur, weil es dort zwei Leopard Foren gibt. Hat mir schon fast körperliche Schmerzen bereitet ein Facebook Konto zu eröffnen. Ich mag sie nicht, die asozialen Medien. Das ist Opium fürs Volk. Die größte Zeitverschwendung und Psychosen Schleuder aller Zeiten. Die New York Times errechnete 2014, dass allein die Facebook Nutzer insgesamt jeden Tag 39.757 Lebensjahre auf Facebook verbringen. Das ist das gesamte Leben von 500 Menschen – jeden Tag verschwendet. Und das war zu der Zeit, als FB „nur“ 1.4 Mrd. User hatte. Heute mit über 2 Mrd. wird es noch mehr sein. Man muss sich so viele Bekloppte und Bescheuerte vom Leib halten. Naja, unsere Nutzung wird übersichtlich bleiben. Immerhin habe ich schnell wieder Kontakt zu den Segelfreunden gefunden – das ist doch was Nettes. Und das Leopard Owners Forum ist hilfreich.

Es geht uns beiden so, dass wir Tage haben in denen uns die Restzeit unfassbar lang erscheint. An anderen Tagen bekommen wir hektische Flecken ob der noch zu erledigenden Liste. Es vergeht aber kein Tag, an dem wir uns nicht mit der Rivercafe irgendwo auf der Welt ankern sehen. Nur noch 400 Tage, dann sind wir endlich wieder in der Welt zu Hause. /HB

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