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Keine Zeit für Technik – 13. Jan 2019 Tagebuch

Keine Zeit für Technik

Wenn ich Moderatorin wäre würde ich jetzt sagen: Aus aktuellem Anlass heute mal eine Sondersendung zur genervten Karin.

Seit einer Woche habe ich einen Fitness-Tracker. Ich wollte ihn unbedingt. Es soll messen, wie fit ich bin, wie schnell und weit ich laufen und schwimmen kann und wie hoch mein Puls ist.

Und seit einer Woche bin ich genervt von diesem Ding. Ich kann einfach alles einstellen. Die Displayfarbe und die Anordnung der Screens, ob das Wasser in dem ich schwimme ein Schwimmbad oder der Ozean ist und wie lange genau ich nachts schlafe. Aber ich will ja gar nichts messen, das Ding soll es tun. Inzwischen schreie ich das Teil an. 

Technik-Tourette

Herr Kling würde sagen ich leide nun am gleichen Technik-Tourette wie er. Ich fluche nicht nur über mein neues Handgelenk-Tool. Ich schimpfe auch alle anderen Geräte an. Wenn ein Update kommt und wenn die Synchronisierung nicht stimmt, wenn eine Zeichnung nicht übertragen ist, wenn die Schurken von iTunes mal wieder meine eigene und nicht bei ihnen gekaufte Musik aus meiner Mediathek werfen. Und ich fluche, weil ich die Zeit, die all das Einstellen, Synchronisieren und Laden macht nicht aufbringen möchte. Ich will laufen, schwimmen und arbeiten.

Brauchen und Wollen und sogar Können zeigt sich selten so deutlich wie am Thema Technik. Präziser gesagt an den technischen Geräten, die unseren Alltag bestimmen. Jedenfalls meinen.

Ich bin ein Freak was Technik angeht und das kam nicht erst mit einem iPhone oder einem anderen ganz wichtigen Gerät. Ich habe nicht immer das neueste Gerät und ich hab auch überhaupt keine Lust mich auf die derzeitigen Seriennummern auf dem neusten Stand zu halten, aber ich möchte wissen, was das Ding kann und wie es ungefähr funktioniert. 1984 brachte mein damaliger Chef einen Macintosh (so nannte man die Dinger) aus Amerika mit. Am liebsten hätte ich das Büro gar nicht mehr verlassen. Der Mac konnte Dinge, für die wir Designer ansonsten eine Menge Zeit brauchten.

Es faszinierte mich fast alles was auf den Markt kam. Die Faszination ist längst verflogen, langsam aber sicher nervt mich der ganze Kram. Der erste Mac kam ohne Bedienungsanleitung. Steve Jobs hatte die Idee, alles intuitiv und selbst erklärend zu gestalten. Aber die Zeiten sind vorbei.

Abhängigkeit

Auf der Weltumseglung die wir vor uns haben ist Technik unabdingbar. Ja wir können auch einen Kurs setzen ohne Plotter und ja wir können Seekarten lesen. Aber wir haben es; all das Zeug, dass das Segeln einfach machen. Ein Navi, einen Plotter, einen Barographen und all die Software und Apps, die notwendig sind, um diese zu nutzen. Und das Boot ist nur ein Aspekt. Ich werde mir ein kleines Büro einrichten mit einem großen Monitor, Tastatur, Wacom, diverse Pencils. Ein iPad auf dem ich zeichne wenn ich unterwegs, Smartphones, einen Fitness-Tracker und die eine Kameraausrüstung mit allem Tam Tam sind auch mit an Bord. Allein die deutschsprachigen Bedienungsanleitungen für diesen Kram haben 2348 Seiten. Eine GoPro lässt sich leicht bedienen und ich brauche die Anleitungen nicht. Aber hat schon mal jemand einen Garmin Fitness-Tracker eingestellt. Es macht keinen Spaß. In der Zeit, in der ich dieses Ding eingestellt habe hätte ich 3 Stunden Sport machen können. Wenn ich demnächst damit schwimmen gehe, kommt sicher noch mal eine Stunde dazu, weil ich alles, aber auch alles wählen kann. Länge der Bahn, Gegenstrom, Wassertemperatur.

Aber all das will ich nicht. Ich möchte so ein Ding anziehen, es darf wissen wie groß und schwer und alt ich bin. Von mir aus kann ich auch noch meine Schrittlänge messen, aber dann soll das verdammte Ding mich nichts mehr fragen. Es soll messen. Ich will nicht bei jedem Update eine Schulung machen müssen und ich will mir sicher sein, dass alles was vorher lief auch nachher noch läuft.

Bevor ich ein Mac-update aufspiele muss ich die Foren lesen. Laufen meine Programme dann noch oder muss ich Dinge neu laden, wie ist es mit der Synchronisierung? Ich nehme ernsthaft ein Handbuch mit in meinen nächsten Urlaub um in Ruhe das Update eines mir lange bekannten Schnittprogramm zu durchforsten, damit ich ja kein Feature verpasse.

Aufmerksamkeitsdefizit

Ja es nervt. Mein Traum auf der bevorstehenden Weltreise weniger von der Technik bestimmt zu sein haut sicher nicht hin. Ich möchte meine Aufmerksamkeit keiner Software sondern dem Meer schenken, der Natur, dem Wetter und vor allem den Menschen denen ich begegnen werden. Ich hoffe darauf und arbeite an mir, mich nicht so oft über diesen zeitraubenden Unsinn zu ärgern und statt dessen mit einem Buch in der Hängematte zu liegen und das Wasser plätschern zu hören.

/KB

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