Holger 500 days
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Noch 500 Tage – von schlaflosen Nächten und dem Galapagos Brasiliens

Es sind noch 500 Tage bis zum Start.

Der 1. Juli des nächsten Jahres rückt langsam aber sicher näher und es bleibt uns noch ein Winter zu überstehen. Das Wintergrau ging uns auf den Keks und deshalb wärmen uns ein paar Tage unter der Sonne Thailands. Eigentlich wollten wir Kite surfen lernen, aber der Wind ist so flau, dass die Surfschulen die Boards nicht mal auspacken. Die Sonne tut uns gut und die Inspiration und Freundlichkeit dieses Landes ist eine Freunde.

Die Rivercafe Crew ist noch nicht komplett

Mit dem langen Vorlauf unseres Starts in 500 Tagen wird dass vermutlich der bestgeplante Törn aller Zeiten, Kolumbus eingeschlossen. Kurz vor der Abreise nach Asien habe ich ein erstes Briefing für die Jungfernfahrt verfasst. Wir wollen zu viert/fünft segeln und ein/zwei Plätze haben wir noch frei. Mit JanaBo haben wir eine wunderbare Mitseglerin und Freundin auf der Reise von Kapstadt in die Karibik bei uns. Die zweite Gäste Kabine ist noch frei, entweder für einen Mitsegler oder ein Paar. Wer Lust hat, ist herzlich eingeladen sich zu melden.

JanaBo wollte schon mal über den Atlantik, hat aber nicht geklappt – eine tragisch-schöne Geschichte. Sie war schon an Bord einer Yacht auf den Kapverden und musste dann am Tag vor dem Start abmustern, weil sich die süße Alva ankündigte. Barbados war Zika Land und nix für werdende Mütter. Heute ist Alva groß genug, um die Mama raus auf dem Atlantik zu lassen. Basti, der permanente Vater des Jahres, wird das alles regeln – bis zu unserem Wiedersehen in der Karibik.

Wir alle wissen, wie es sich anfühlt lange Distanzen zu segeln. Es ist gut, dass alle erfahren genug sind und wissen das ein Code Delta kein Geheimdienst Befehl ist. Anfänger hätte ich auch nicht mitgenommen, trotz meines geduldigen Wesens :-). Mit Anfänger meine aber nicht völlig Segelunkundige, die kann nur ein Sadist auf Langfahrt mitnehmen. Und ein Masochist. Segelanfänger sind wie BWL´er, stehen nur rum und machen Dreck. (Anmerkung des Autors: darf ich sagen, bin selbst einer). Mit Anfänger meine ich Segler, die noch nie eine Nachtwache Offshore übernommen haben und ein paar Tage und Nächte am Stück unterwegs waren. Ein Ostseetrip ist da keine überzeugende Referenz. Eine Langfahrt ist anders als Daysailing. Da sind dann auch Scylla und Charybdis Psyche und Ego mit dabei. Und die können eine echte Herausforderung sein, wenn man wochenlang mit sich selbst klar kommen muss. Von den Crewmates ganz zu schweigen.

Bei der ersten Reise der Rivercafe liegen ca. 35 Segeltage mit 5.700 nm (10.500 km) vor uns. Der nächste Mensch ist auf der ISS 200 nm entfernt und unerreichbar für ein gemeinsames Bier. Tag und Nacht schwappen 3.700 m tiefes Wasser unter deinen Füssen. Du bist völlig alleine auf Nachtwache, um dich nur das Schwarz der Nacht. Manchmal Sterne oder der Mond. Fliegende Fische knallen auf das Schiff, du siehst gespenstische Farben (biolumineszierende Algen) und ab und zu scheucht Dich ein Squall auf und fordert ein Manöver. Während dessen wachst Du über Deine schlafende Crew und bist mit dir alleine. Diese Stunden sind magisch, können aber auch „character building“ werden.

Das alles braucht eine Crew, die es liebt auf dem Meer zu sein und die mit sich im Reinen ist. Da ist kein Platz für Egotrips oder Spielchen. Mit Respekt wird es zu einer Freude. Unsere Crew ist cool und ich freue mich auf die gemeinsame Zeit. Wir haben auch den Luxus, dass jeder genug Privatsphäre haben wird, weil jeder eine eigene Kabine auf der Rivercafe hat.

Dieses Abenteuer soll für uns alle eine Freude werden. Mit erfahrenen Seglern ist der Bordalltag schnell organisiert, die Aufgaben verteilt und die Wachen eingeteilt. Wir werden gemeinsam proviantieren, unterwegs angeln und Spaß haben.

Wir haben eine Liste mit einigen Jobs, die jeweils ein „Head-of“ übernehmen wird, z. B. für  Entertainment, Sport oder Kochen.

Unsere Route hat einiges an „remote places“ zu bieten. Orte, die man normalerweise nur extrem schwer oder extrem teuer erreichen kann. Die Antipoden touristischer Destinationen. Der erste Stopp in Namibia ist noch eine Ausnahme, da gibt’s noch Tourismus. St. Helena ist da schon was anderes und es hatte schon einen Grund, warum Napoleon dort ausgesetzt wurde. No way out.

Ascension Island liegt ziemlich in der Mitte des Atlantiks, offiziell im Nirgendwo. Resorts oder Urlaubshotels haben beide nicht zu bieten. An beiden Orten werden wir ankern und die Inseln entdecken. Auf unserem weiteren Weg liegt Fernando de Noronha, 200 nm östlich der brasilianischen Küste. Das soll eines der unbekanntesten Paradiese der Welt sein, ein Naturschutzgebiet. Die Galapagosinseln Brasiliens. Die wenigen Menschen die dort waren und berichten, schwärmen in höchsten Tönen. Wir können auf unserer Reise also drei Inseln besuchen, die normalerweise extrem schwer – oder extrem teuer zu erreichen sind. Oh mein Gott, es sind noch 500 Tage…../HB

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