Von Martinique nach Guadeloupe

Les Saintes – die heiligen Inseln von Guadeloupe

Am 20.1. gab`s mal wieder ein farewell oder besser ein au revoir. 2 Wochen verbrachten wir diesmal in Martinique und es war eine schöne und abwechslungsreiche Zeit. Le Marin ist eines der größten, wenn nicht das größte Yachtzentrum der Karibik. Der perfekte Ort um auf der Rivercafe einiges zu reparieren und von nun an sind wir zum ersten Mal autark. Hurra.

Nach der etwas niedergeschlagenen Stimmung in St. Lucia war die annähernde Normalität auf Martinique sehr erholsam. Es ist die bevölkerungsreichste der französischen Karibikinseln und es war wunderbar zu sehen, dass die Leutchen hier zwar vorsichtig, aber ziemlich normal lebten.

Von Le Marin gingen wir bei kräftigem Wind nach St. Anne vor Anker, einem kleinen aber sehr pittoreskem Dorf im Süden der Insel. Die Idee hatten viele andere auch, vor allem französische Schiffe und nach einer unruhigen Nacht zog`s uns weiter nach La Grand Anse. Eine Bucht im Grünen mit klarem Wasser und vielen Schnorchel Spots. In vielen Buchten – wie dort –  ist das Ankern nicht mehr erlaubt und statt dessen werden Ankerbälle ausgebracht, an denen die Schiffe festgemacht werden. Das kostet ein bisschen was für die Pflege. Aber ich finde das ausgezeichnet, denn damit verwüsten wir Segler mit unseren Ankern nicht mehr den Meeresgrund und Seegras kann ungestört wachsen. Perfekte Co-Existenz.

Das Schöne am Segeln ohne Terminstress ist, dass man einfach ein passendes Wetterfenster abwarten kann. Nach ein paar Tagen wurde der Wind um die 7 Bft schwächer, die Wellen flacher und wir legten zu unserem letzten Stopp in Martinique ab um die Nacht in St. Pierre zu verbringen. Dieser Ort im Norden der Insel war mal die Hauptstadt und wurde vor fast 100 Jahren von dem noch aktiven Vulkan der Insel, dem Mont Pelée, verwüstet. Der schwarze Strand, das glasklare Wasser, die üppige Vegetation und ein bisschen Infrastruktur, machen St. Pierre zu einem netten Stopp. Das Ein- und Ausklarieren ist in den französischen Inseln genial einfach. Kein Portmaster, kein Zoll und keine Immigration. Einfach nur alles in einen der bereitgestellten Terminals eingeben und fertig. Der Checkin/out Computer von St. Pierre stand in einem Elsässischen Restaurant (@Valerie: vraiment alsacien) und wir klarierten dann auch stilgerecht mit einem unkarbischen Pastis aus.

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Saint Pierre

Zwischen Martinique und Guadeloupe liegt einen Segeltag entfernt Dominica (nicht zu verwechseln mit der Dominikanischen Republik). Eine sensationell schöne Insel, wie wir von früheren Besuchen wissen. Leider war die C19 Lage da ungeklärt und zudem hätten wie die „Französische Blase“ (C19 Protokoll) verlassen müssen. Alles etwas komplizierter in diesen Tagen. Deshalb konnten wir nach 50 nm auch nur kurz für eine Nacht in der Prince Rupert Bay ankern. Und gleich schwamm die Polizei/Küstenwache mit ihrem Schiff neben uns um sicher zu stellen, dass wir das Schiff nicht verlassen und keine Seuchen einschleppen.

 

dominica
Dominica

Dominica hinter uns

 

guadeloupe
Guadeloupe

Guadeloupe voraus

Les Saintes

Früh morgens machten wir uns dann auf den Weg nach Guadeloupe. Südlich liegen die Inseln „Les Saintes“, unserem ersehnten ersten Ziel in Guadeloupe. In diese kleinen Inseln haben wir uns schon bei unserem ersten Besuch verliebt. Hier leben nur 1.700 Menschen auf zwei Inseln und dazu gibts ein paar weitere unbewohnte Inselchen. Es ist grün und saftig, das Wasser glasklar. Die Iguanas (sehen aus wie kleine Drachen) sitzen im Dorf und die Bars und Restos liegen gleich am Wasser. Man kann wandern, radeln, schnorcheln, tauchen oder einfach nur am Stand abhängen. Es ist Superklasse.

Wir liegen mit der Rivercafe jetzt an einem Mooringball beim Hauptdorf Le Bourg. Das Schiff liegt sicher und in den Nächten werden wir von den Wellen und dem Wind in den Schlaf geschaukelt. Nach dem Aufwachen morgens, springen wir ins klare Wasser und duschen anschließend an Deck. Klar für den nächsten sonnigen, windigen Tag.

Von unserem Mooringplatz können wir Guadeloupe sehen und die Hauptstadt Point-a-Pitre ist nur 20 nm entfernt. Wenn wir an Land wollen, steigen wir in unser Beiboot und fahren zum Landesteg (Jetty) mitten im Dorf. Jeder Meter Wasser ist kristallklar und man kann bis tief zum Meeresgrund sehen. Gleich im Anschluss des Jetty liegt in Le Bourg die Hauptstraße. Kleine Restaurants retten den Ruf der mäßigen karibischen Küche. Aber ehrlich gesagt sind die meisten Köche Franzosen. Die Hauptstraße von Le Bourg ist lebendig und sehr sympatisch. Es gibt frisches Obst, Cafés, Proviant und den skurrilsten Hardware Laden. Wir genießen es, das Leben und die Normalität zu beobachten und freuen uns darüber, dass das der Alltag in Les Saintes scheinbar unbeeindruckt weiterlebt.

Abends, wenn die Tagestouristen von Guadeloupe wieder verschwunden sind, entfaltet sich die Magie der Inseln. Die Bars und Restaurants leben auf. Und das Licht der untergehenden Sonne verwandelt die Buchten in die Mutter allen Kitsches.

Unser Plan ist es, diesmal etwas länger in Les Saintes zu bleiben. Danach wollen wir nach Point-a-Pitre um ein paar Tage über Guadeloupe zu fahren. Für mich ist das die abwechslungsreichste Insel, die ich in der Karibik kenne. Dann haben wir noch zwei bis drei weitere Stopps geplant. Würde mich nicht wundern, wenn wir noch 2-3 Wochen hier bleiben werden. Zudem ändern sich auch die C19 Protokolle bei unserem nächsten Ziel Antigua. Also alles mal stressfrei abwarten. Ich wollte sowieso üben, mehr die Gegenwart zu genießen als ständig voraus zu planen. Und welcher Ort ist besser dafür geeignet als Les Saintes? /Holger Binz

1 Kommentar zu „Von Martinique nach Guadeloupe“

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