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Besuch in Europa

Kurze Pause vom Schiffsleben

Wir sind in Europa angekommen. Diesen Artikel schreibe ich in der Eifel in Deutschland. Wir haben für ein paar Wochen ein Haus gemietet und haben unsere beiden Enkel bei uns. Hannah und Henri sind 5 und 9 Jahre alt. Die zwei halten das Tempo ziemlich hoch, aber wir haben auch einiges aufzuholen. Wir werden uns wohl an Bord wieder erholen müssen.

Aber Junge, ist das frisch hier. Der Sommer ist ausgefallen. 16 Grad in der Eifel, lässt die Shorts im Schrank. Ich schätze mal, wir sind jetzt offiziell verweichlicht. Die ersten Tage trugen wir fast alle Klamotten gleichzeitig, bis wir uns mit warmen Stoffen versorgt hatten.

So wie unseren holprigen und langen Trip nach Europa, stelle ich mir das Reisen meiner Eltern in den 60er Jahren vor. Die Reise als Abenteuer, abhängig von Willkür. Diesmal hatten wir Berge an Papierkram und Indoor-Regen in London Heathrow. Wir haben gelernt, dass man 2021 eine andere Reiseausstattung braucht. Einen Drucker sollte man bei sich haben. Für die vielen Formulare, die sicher niemand liest. Und Gummistiefel. Für einen Wasserrohrbruch in Non-Continental-Europe`s größtem Flughafen Heathrow. Ich bin noch nie vorher in einem Flughafen durch tiefes Wasser gewatet.

Das Reisen ist im Moment aufwändig und ich habe mir eine Reise-Aktentasche zugelegt, um bloß nichts zu verlieren. Nach der Ankunft füllte ich gefühlt eine komplette Papiertonne. Die Pandemie hat das Reisen so lange verhindert, dass viele erst mal wieder lernen müssen, wie das geht. British Airways mit eingeschlossen. Bis zu unserer Rückreise werden sie sich hoffentlich erinnern, wie das mal funktionierte. Zur Sicherheit wurde aber schon mal unser Rückflug storniert. Uli, unser Reiseagent, wird mal wieder zum Hörer greifen müssen.

Drei Tage in Antigua

Unseren Stop-Over in Antigua, wollen wir Euch in keinem Fall unterschlagen. Wir mussten uns drei Tage zwischenlagern, bis zu unserem Flug nach London. Von früheren Besuchen inspiriert, buchte ich uns in English Harbor, im Gunpowder Suites des Admirals Inn ein. Ein nettes Hotel mitten in der Bucht, mit großen Zimmern, Terrasse, schönem Pool, leckeren Cocktails und alles mit Meerblick. Zum Corona Test um 4.30 h morgens aufzustehen, zählte nicht zu den Highlights.

Gleich gegenüber des „Gunpowders“ liegt der UNESO Welterbe Steindock von „English Harbor“. Dort wo normalerweise die schwimmenden Schönheiten der Segelwelt festgemacht sind, lag kein Schiff. So wie in Falmouth Bay. Die Marina der Mega Yachten war ebenso völlig verwaist. Es ist Hurricane Season. Bald wird es wieder voll und ich habe uns für die Weihnachtstage in der dann sicher netten Nachbarschaft einen Liegeplatz gebucht.

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Bequemes Leben in Europa

Aber zurück nach Europa. Nach einem Jahr „overseas“ ist der Kontrast der Welten krass. Diese Sauberkeit, ordentliche oder schöne Häuser, die gepflegten Städte und Dörfer. Der überall sichtbare Reichtum. Besser gelaunt und freundlicher, sind die Leute allerdings nicht. Es ist beeindruckend, wie sehr Abstand und Distanz die Wahrnehmung verändert.

Fast schon vergessen hatten wir den Luxus, dass man sogar in einer kleinen Stadt alles einfach kaufen kann, was man braucht. Und viel mehr. Wir konnten an einem Tag Dinge erledigen, die sonst Wochen dauern. Und alles ist viel billiger. Das nächste Mal kommen wir mit leeren Koffern. Unglaublich, dass sogar der Kaffee hier weniger als die Hälfte kostet, als in der Karibik – und dort wächst er. Dafür schmecken die Mangos hier nicht. 🙂

 

Wir erledigen so viel wir können und sogar digitale EU-Impfpässe konnten wir uns dank Jennys und Ulis Hilfe besorgen. So verbringen wir diese Tage damit, zwischen Deutschland und Luxembourg zu pendeln. Wir machen Ausflüge mit den Kleinen und besuchen Freunde und Familie.

Wenn die beiden Kleinen wieder zu Hause sind, intensivieren wir unser „Freunde Besuchs Programm“. Wie in alten Jobzeiten, haben wir unsere Terminkalender gefüllt und disponieren jeden Tag, mit Fahrt und Übernachtung. Das Leben aus dem Koffer ist nicht wirklich angenehm. Und die wechselnden Übernachtungsorte laugen auch ein bisschen aus.

Aber dafür sehen wir unsere alten Freunde wieder und es fühlt sich nicht so an, als ob wir uns ein Jahr lang nicht gesehen haben. Uns wird in diesen Tag bewusst, wie schön es ist, alte und richtig gute Freunde zu haben. Bevor ich jetzt gefühlsduselig werde, denke ich jetzt lieber mal an Grenada und die Rivercafe. Dort geht jetzt die Sonne auf und ich kann gleich per „remote controll“ prüfen, ob unser Lieblingsschiff schon wieder genug Strom hat, für einen neuen Tag im Paradies. / Holger Binz

1 Kommentar zu „Besuch in Europa“

  1. Wenn man Euch so nach langer Zeit in Natura wiederseht, stellt man fest, dass es Euch trotz der vielen Antigen- und PCR-Tests recht gut gegangen seien muss. Ihr seht gut erholt und entspannt aus. Die Meerluft und die Sonne haben auch keinen Schaden angerichtet in Euren Gesichtern – eher das Gegenteil. Das Wetter hier meint es auch mit Euch nicht gut derzeit. Da fällt Euch aber der nächste Abschied nicht so schwer, denke ich.
    Einen schönen Europa-Urlaub noch.

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