Frühstück vor Anker
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Was bisher geschah, Teil 2

Barbados arrival
Barbados arrival

Die Welt ist schön.

Nach ein paar erholsam Tagen vor Anker in Barbados – ohne Hanglage – war die Zeit gekommen den Rum Pegel wieder zu senken und weiter zu segeln. Unser Schiff war wieder segelklar, wir hatten unsere US Visa (super Geschäftsidee der USA) und waren wieder ausgeschlafen. Gemeinsam mit dem Schiff britisch/südafrikanischer Freunde setzten wir Segel für einen Übernachttrip nach St. Lucia. Pünktlich mit der Dunkelheit kam das Grauen wieder mit etwas neuem: ein nicht angekündigtes Gewitter, Starkwind und Rodeo Welle. Es blitzte in allen Richtungen, hunderte, tausende Blitze. Alles sehr gespenstig und unangenehm. Um 2.00 h passierte ein Kreuzfahrtschiff und fragte über Funk, ob alles ok sei. Nette Leute und ein kurzer Traum von einem köstlichen Steak und einem weichen Bett. Wie schön wäre es morgen ausgeruht auf dem Kreuzfahrer aufzuwachen und bei der Ansteuerung auf St. Lucia ein köstliches Frühstück auf dem Balkon der Kabine serviert zu bekommen.

Es war eine grauenhafte Nacht, gemacht um das Segeln an den Nagel zu hängen. Peter auf dem anderen Schiff sagte später, es sei die schlimmste Nacht seines Lebens gewesen. Um es kurz zu machen: es wurde besser. Viel besser. Advent in St. Lucia, Dominica, das schönste Weihnachtsfest in Martinique, Silvester in Guadeloupe und seinen Inseln, Antigua, Barbuda, Nevis, St. Kitts – es wurde immer besser. Frisch gefangene Tunas, köstliche Langusten, Tiere aller Art, Landausflüge, immer wieder Freunde treffen, wandern, schwimmen und schnorcheln – mindestens 3 Mal am Tag. Wir segelten wohin wir wollten, das war Freiheit bei 30 Grad.

Nach den letzten Reparaturen und upgrades am Schiff in St. Marten änderten wir den Plan, zum Americas Cup auf die Bermudas zu segeln und verbrachten statt dessen die letzten Monate vor der Hurricane Season in den Virgin Islands, den britischen, amerikanischen und spanischen Inseln. Virgin Gorda, Jost vanDyke, Normans Island, St. John, Cullebra, St. Croix….Es war wunderbar. Beim ankern an einsamen Plätzen lebst du in einer anderen Welt. Du hast Zeit zum nachdenken, zum schwimmen und erlebst den völligen Frieden mit dir und der Natur. Es ist aber keine Zeit des Müssiggangs, es ist sehr bereichernd. Je mehr Zeit zum reflektieren ich hatte, umso mehr entfernte ich mich von meinem alten Alltag.

Ein Karibik Jahr dauert nur 7-8 Monate, verkürzt durch die Hurricane Season. Ende Mai musste das Schiff raus aus dem Paradis, zurück nach Europa. Zu gerne hätten wir verlängert, wie so viele andere Segler auf unserem Weg. Es waren die Verpflichtungen – wir hatten nur für ein Jahr geplant.

Als wir in Barbados ankamen, hätten wir unser Schiff sofort beim ersten Angebot verkauft und wären wieder in unser Haus und unseren Garten zurückgekehrt. Glas Wein und Schwamm drüber, Segeln ist Mist. Der Atlantik hat uns beide über unsere Grenzen gebracht. Das harte Wetter, die ständigen technischen Probleme und gebrochen Knochen – wir konnten nicht einmal die Angel auswerfen.

Aber zum Glück hat uns niemand ein Angebot gemacht. Wir haben uns durchgebissen und sind gewachsen. Es war einfach nur grandios. Und wir wurden mit der besten Zeit unseres Lebens belohnt.

So kehrten wir zurück nach Europa, in das Leben mit Job und langen Hosen. Zur Resozialisierung später mehr. /HB

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