Bürokratie und Weltreise
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Noch 300 Tage

Das Imperium schlägt zurück – falls es Zeit hat.

 

In 42 Wochen beginnt unsere Weltreise mit der Rivercafe. Über 500 mal habe ich bisher die Zahl der Resttage in den Dampf der Dusche geschrieben und jetzt kann man es langsam einen richtigen Countdown nennen.

Bei meinem Krampf mit dem Imperium der Behörden, den ich hier (Link) beschrieben habe, hat sich in den letzten 100 Tagen unglaublich wenig getan. Die Verwaltung agiert offensiv mit Nichtstun. In der wirren Verwaltungsstruktur der Krankenversicherung – in der jeder in Luxembourg Mitglied sein muss – werden wir im Geiste von Boris Vian rumgereicht wie heiße Kartoffeln. In 120 Tagen wollte mir niemand eine konkrete Auskunft zu geben, ob und zu welchen Konditionen wir weiter krankenversichert werden können. Das Gleiche ist Ka mir der Rentenversicherung in Deutschland passiert: Die Entdeckung der Langsamkeit meets Insomnia. Ist es nicht die Aufgabe von Beamten die Anliegen der Bürger klären? Im Tausch gegen nicht zu wenig Steuergelder? Da hab` ich wohl was falsch verstanden.

Es gab aber auch Positives in den vergangenen 100 Tage. Wir haben einiges erledigt und das Fine Tuning der technischen Spezifikationen der Rivercafe abgeschlossen. Die Solar Panels haben wir auf 800 Watt aufgerüstet, in Lithium statt AGM Batterien investiert, das Flexiteak Design geändert. Dazu haben wir einen Holztisch statt der Standard Kunststoffversion für das Außencockpit gegönnt, die Lichterführung geändert, andere Außenpolster ausgewählt, ein drittes Vorfall geordert, einen Zähler für die Ankerkette und noch ein bisschen Kleinkram bestellt.

Leopard hat zwischenzeitlich entschieden, die 45er nur noch in einer Lounge Version zu bauen und unsere Performance Version einzustellen. Die 45er Leopard gibt’s in Zukunft nur noch mit einer weiteren Lounge als Dachterrasse. Ich habe keinen Schimmer, warum man drei Lounge Bereiche auf einem 45 Fuß Schiff braucht. Wir wollen ja kein Café oder ein Sky Bar eröffnen. Unsere Performance Version wird eine der letzten ihrer Art und wir nutzen die Dachfläche für reichlich Solar Panels und freuen uns über eine bessere Segel Performance.

Unser Haus leert sich langsam. Nachdem wir es 11 Jahre lang immer weiter mit Zeugs befüllt haben, geht nun deutlich mehr raus als rein. Wir verkaufen die ersten überschüssigen Möbel und Geräte, Bücher verlassen kistenweise die Regale. Mehr als eine Garagenfüllung wird nicht übrigbleiben, von unserem angesammelten Besitzstand. Allein der Gedanke ist schon befreiend.

In den nächsten 100 Tagen werden wir einige Kurse für Technik und Medizin besuchen und unseren Kenntnisstand verbessern. Wenn ich bedenke, dass meine Werkzeugausstattung bei unserem ersten Schiff aus einem Hammer und einem Handy bestand, dann hat sich schon einiges verbessert. Die letzten Monate habe ich meine Lücken bei Bord Elektrik verringert – und ich meine Hangar-Große Lücken. Der anstehende Medizinkurs ist für Ka fast unterfordernd. Ich habe es ihrer Behandlung zu verdanken, dass meine Hand noch vollständig und brauchbar ist. Eine Approbation ehrenhalber hat sie verdient aber Dr. med. h. c. Ka ist sich sicher, neues für die hoffentlich ausbleibenden medizinischen Notfälle an Bord zu lernen.

Der September wird uns endlich wieder aufs Mittelmeer bringen und zum Segeln mit Freunden. Zuerst verbessere ich meine Kat Fähigkeiten auf einer Outremer 5X. Wenn man fliegen lernt und gleich mal im Kampfjet anfängt, ist das auch nicht schlecht. Anschließend besuchen wir die Cannes Boat Show und haben Gelegenheit die Leopard 45 im Detail auszumessen. Dann segeln wir mit einem Freund noch ein paar Tage auf seiner neuen Hanse548. Es wird ein erfreulicher September.

Die nächsten 100 Tage werden sicher noch ereignisreicher. Und vielleicht meldet sich auch das Imperium bis dahin zurück. /HB

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