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St. Martin – British Virgin Islands (BVI)

Als wir in Virgin Gorda fast den Strom abgeschaltet haben

Die Virgin Islands zählen schon seit langem zu unseren Lieblingsorten, British Virgins, US Virgins und Spanish Virgins. Die BVI – unser erstes Ziel – sind jetzt nach langer Pandemiepause endlich wieder offen für Besucher.

90 nm ist die direkte Strecke von St. Martin nach Tortola, der BVI Hauptinsel. Zu weit um sie bei Tageslicht zu schaffen. Wir entschlossen uns über Nacht zu segeln. Zum ersten Mal seit wir in der Karibik sind. Um 16.30 h hoben wir den Anker in St. Martin und segelten in den Sonnenuntergang. BVI Virgin Gorda

Nachtsegeln

„Segeln unter dem Sternenhimmel“ klingt ziemlich romantisch. Ohne Wolken ist der Sternenhimmel tatsächlich impressionant. Aber am Ruder (Steuer) schaut besser nach vorne und da ist es stockfinster. Man steuert das Schiff ohne Sicht ins Schwarze, bemüht die Segel im richtigen Winkel zu halten und dennoch das Ziel anzupeilen. Radar und AIS (Schiffserkennung) helfen, das Gefühl „Maulwurf unter der Erde“ zu mindern. In dieser Nacht kreuzten fünf Kreuzfahrtschiffe unseren Weg. Festlich beleuchtete Städte auf dem Meer. Drei gingen nach Fort Lauderdale und zwei wie wir, nach Tortola. Die gelangweilte Brückencrew der Schiffe freut sich meist auch über ein Gespräch über Funk. Kreuzfahrtschiffe haben den besten Wetterbericht, den sie gerne mit Seglern teilen. BVI Virgin Gorda

Ein Trip über Nacht ist auch ein Kampf gegen die Müdigkeit. Wir wechselten uns alle zwei Stunden am Steuer ab. Unser Schiff ist so genial gebaut, dass die Freiwache in Rufweite entfernt vom Steuerstand, drinnen im Salon, richtig bequem schlafen kann. Am nächsten Tag ist man dennoch ziemlich platt.

Wie das Licht am Ende eines Tunnels, erscheint auch irgendwann das erste Sonnenlicht. Zum Tagesanbruch lag Ginger Island vor uns. Um 8.45 h machten wir in der Bucht von Road Town fest, gleich neben den zwei gigantischen Kreuzfahrtschiffen, die uns in der Nacht überholt hatten. BVI Virgin Gorda

Checkin in den BVI bedeutet viel Papierkram, den man bereits vorher online erledigen muss. Alles geht langsam, ohne Eile und immer mit dem Hinweis auf die immense Autorität des Beamten. Um 10.30h holten wir unsere Quaränte Flagge ein, setzten die Gastlandflagge und waren für 30 Tage in den BVI gecleart.

BVI – das geschützte Revier BVI Virgin Gorda

Das Revier der BVI ist durch die in einem Oval angeordneten Inseln super geschützt und das nächste Ziel ist meist nur 2 Stunden entfernt. Das Wasser ist Kristall klar, die Strände sind weich und hell. 30.000 Menschen leben auf 4 Hauptinseln, ausgedehnt mit 30nm Nord/Süd und 45 nm Ost-West. Pi mal Daumen 50 Inseln kann man besegeln, die meisten davon unbewohnt. Also auch bei einem Monat, werden wir nicht alles sehen können.

Es ist das perfekte Revier für Chartersegler und es gibt unzählige Schiffe für jeden Geldbeutel zu chartern. Mit und ohne Crew. Das macht dann aber vor allem die BVI für viele richtige Segler unbeliebt, so schön es auch ist. In dieser Saison hält sich die Zahl der Charterboote in Grenzen und außerdem gibt es Wege, den Touristenseglern aus dem Weg zu segeln.

Virgin Gorda

Am ersten ausgeschlafenen Tag, segelten wir nach Virgin Gorda, der drittgrößten Insel der BVI. Dort liegt ein Ort, der für mich einer der schönsten der Karibik ist: “The Baths”, ein Naturschutzgebiet. Schaut einfach die Fotos, ohne Kommentar.

 

Fast ging das Licht aus

Nachts darf man nicht in „The Baths“ bleiben. Deshalb verlegten wir uns in die nur wenige Hundert Meter entfernte Trunk Bay. Eine menschenleere Strandsensation. Wir warfen den Anker in 4-5 Meter Wassertiefe und der fand auch gleich prima halt. Zu schnell, zu gut. Wir tauchen immer den Sitz des Ankers ab. Ist normalerweise Ka`s Job, aber diesmal war ich dran. Ich verschluckte mich fast unter Wasser als ich sah, warum der Anker so perfekt saß. Er hing fest in der Stromleitung, die Virgin Gorda mit Power versorgt. BVI Virgin Gorda

Das Kabel-Ding lag einfach auf dem Meeresboden, nicht vergraben und nicht geschützt. Schätze mal, das in Virgin Gorda öfter mal das Licht ausgeht. An dem Tag  wollten wir es dann doch nicht sein. Also MacGyverten wir unter Wasser an Leitung und Anker rum, bis beide wieder getrennte Wege gingen und wir unser Eisen dann doch in sicheren Grund vergraben konnten.

Virgin Gorda North Sound

Nach zwei Tagen „The Bath“ segelten wir die üblichen 2 Stunden weiter in den North Sound von Virgin Gorda. Ein tolles Stückchen Erde. 2017 wurden zwei Klassiker der BVI von Irma komplett zerstört: „Saba Rock“ und der „Bitter End Yacht Club“. Beide wurden kürzlich nach vier Jahren Bauzeit wieder eröffnet.

Saba Rock wechselte nach der Zerstörung den Besitzer und wurde für 60 Mio USD von einer Tschechischen Investmentgruppe wieder aufgebaut. Sehr chic, sehr exklusiv und sehr teuer. Aber definitiv einen Besuch wert. Für 850 USD pro Nacht, kann man recht exklusiv nächtigen. Ein Mooringball für eine Yacht kostet 30 USD. Seit zwei Wochen hatten sie einen neuen venezolanischen Koch, der die Teller zum Vibrieren kochte. Das Inselchen ist winzig und gebummelt braucht man 10 Minuten für eine Umrundung.

Der Bitter End Yacht Club ist noch nicht ganz fertig, aber auch er wird wieder seinem legendären Ruf wieder gerecht werden.

 

Landausflug Virgin Gorda

Wir haben uns schon bei unserer ersten Reise angewöhnt, möglichst viele Orte auch von der Landseite zu besuchen, um ein richtiges Bild zu bekommen. Deshalb mieteten wir uns in Virgin Gorda ein Auto und machten einen Tagestrip. Ein Tag genügt, aber der ist spektakulär. Die bergige Insel, die nach der Silhouette einer üppigeren Jungfrau benannt ist (keine Ahnung warum es eine Jungfrau sein musste), bietet atemberaubende Aussichtspunkte. Von der Bar „Hog Heaven„ sieht man den kompletten Nord Sound und Richard Bransons Privatinseln Necker und Mosquito Island. Vom „Sugarcane“ Restaurant liegt beim Lunch Tortola voraus, mit den US Virgin Islands.

Unser Weg durch die Virgins geht weiter. Es bleibt noch viel zu sehen, wir werden es euch erzählen. / Holger Binz

 

Wetterbericht:

Sonnenaufgang 6:52 h, Sonnentuntergang: 18:13 h, Temperaturen Tag: 28 Grad C, Nacht: 22 Grad C, wenig Regen, sonnig und wolkig, Wind 3-4 Bft., sehr moderater Wind in dieser Woche

 

4 Kommentare zu „St. Martin – British Virgin Islands (BVI)“

  1. Ihr Lieben! Mich packt sofort wieder die Sehnsucht… wir haben leider von St. Martin die Heimreise antreten müssen. Bis wir wieder unter Segel sind, dauert es eine Weile… einstweilen werde ich Euren Berichten folgen und zumindest virtuell dabei sein. Machts gut und passt auf Euch auf! Annelies (Crew Olivine)

  2. SO-O-O glad to hear that Saba Rock is back in business!! Are they still making their infamous Rum Concoctions and feeding the fish?
    And… also thrilled that the Bitter End is nearing completion after the devastation that Irma/Maria rendered… WOW!! Something to look forward to visiting!
    LOVE from the crew of High Spirits!! Sarah + Rick

  3. Es ist einfach immer wieder schön Eure Berichte zu lesen und die Bilder zu genießen. Manchmal mache ich die Augen zu und stelle mir vor das Wir dabei sind auf Euren Wegen…… Danke
    Liebe Grüße aus Teneriffa
    Jürgen und Angelika

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