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Leopard 45
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Warum eine Leopard?

Die “Rivercafe” wird eine Leopard 45

Nach 6 Monaten Recherche, ein paar Reisen und einigen Pfund Kaffee wussten wir, welches das richtige Schiff für uns beide ist. Unsere Anforderungen waren simple. Wir segeln meistens zu zweit, also muss das Schiff einhand zu segeln sein. Nicht zu groß wegen der Reinigung und Pflege, nicht zu klein wegen Speed und Komfort. Also +- 45 ft groß, komfortabel und offshore tauglich, bloß keine Flybridge. Das Design sollte offen und luftig sein, mit viel Tageslicht. Und letztlich stellen wir Komfort vor Speed.

Die erste Longlist von 20 Herstellern reduzierte ich um alle mit mini Stückzahlen, Auslieferung in Asien oder Australien, um solche, die nicht zu unseren Anforderungen passten und um die, die mir unsympathisch waren. Der Rest wurde abgewogen nach Komfort, Speed, Preis, Service und Übergabeort. Und dann kam der kommunikative Teil: viel, sehr viel mit Experten quatschen. Ich meine richtige Experten und keine Online Schwätzer. Ich nehme mal vorweg, dass unsere Liste zwischendurch leer war. Ein klares Zeichen die Prioritäten zu überdenken.

Leopard war vom Schiffskonzept mit der Buglounge von Beginn an unser Favorit, aber die Auslieferung in Cape Town fanden wir nicht so cool. Eine 5.700 nm Jungfernfahrt ist für eine Jungfer schon heftig. Wir wären lieber von Europa in die Karibik gesegelt, über die Kanaren gen Westen.

Also beste Chancen für Fountain Pajot, Lagoon, Bali und Outremer, mit Aussenseiter Nautitech. Die Outremer – mit Abstand die schnellste im Feld – fiel raus, weil wir Komfort über Speed stellten. Breites Bett, großes Bad, größeres Cockpit und mehr Außenraum schlug Speed und schickes Design. Ein cooles Schiff, passte aber nicht zu unserem Plan. Da waren es nur noch fünf.

Die Lagoon45 war eigentlich nur ein Pflichtcheck ohne große Zuneigung. Die langsamste im Feld, war uns zu sehr old fashioned und nicht auf dem Niveau der anderen Kandidaten, weder im Design noch in der technischen Umsetzung. Auf den überfälligen Launch der neuen 46er wollten wir nicht warten. Und raus war sie. Nautitech war´s auch nicht, die Lösung der zwei Steuerstände war nicht mein Fall. Nur noch drei.

Bali 4.5 war der nächste Streichkandidat. Die massive Bugkonstruktion fiel bei den Profis als offshore-zweifelhaft durch. Das Interiordesign war klasse, das perfekte inshore Boot, aber irgendwie muss man auch zur nächsten Bucht kommen. Nichts für uns, denn wir brauchten aber was für richtige Ozeane. Also noch FP und Leopard. FT hatte die schwächsten Händler, inkompetent und unzuverlässig. Dazu hatte FP kurz vorher die 44er Helia gestrichen die uns interessierte und gegen ein neues 42er Modell ersetzt. Eigentlich zu klein, aber sehr chic und deutlich billiger als die Leopard 45. Uns über den abstehenden Launch der  neuen 45 FP zu informieren, kam dem gelangweilten Händler nicht in den Sinn.

Tja und dann die Gespräche und Recherche. Eindeutiges Feedback: Fountain Pajot kann Leopard qualitativ nicht das Wasser reichen kann. Das sagten Cat Profis und Makler gleichermaßen. Auch online konnte ich nichts Schlechtes über Leopard finden, aber vieles über FP. Wer 250 Schiffe im Jahr baut und es nicht schafft eine Hatergemeinde aufzubauen, muss vieles richtig machen. Und weiterer enormer Pluspunkt für Leopard: der Besitzer THL Marine erfreut sich auch am Besitz von Moorings/Sunsail. D. h. alle Kats des Charterriesen werden von Leopard gebaut. Für die Eigner bedeutet das: zuverlässige, wartungsarme Systeme, hohe Ausbauqualität und schnelle Reaktion auf Mängel, weil die Charterfleet permanentes Feedback füttert. Gebrauchtschiffe in Eignerversion haben eine hohe Nachfrage, Leopards sind auf Langlebigkeit gebaut und halten den Wert besser als FP. Und der Joker: man kauft nicht beim Händler, sondern bei THL Marine direkt, das ist sicherer für den Vertrag als bei einem Händler mit Insolvenzgefahr.

Genug der Theorie, Zeit zum Probesegeln. Seatrial in La Grande Motte mit der 45er Leopard, 10-12 Knoten Wind, 1-2 ft Miniwelle. Mit uns gingen Lagoon 45, die Bali 4.5 und eine Fountain Pajot 47 raus. Ich konnte es nicht glauben: Kat segeln macht Spaß. Die Leo ließ sich agil und einfach segeln. Alle Schoten und Leinen laufen zum Ruder und sind tatsächlich einhand zu segeln. Die Leinenführung fand ich übrigens mit Abstand am besten gelöst auf der Leo, wie so vieles. Und der Vergleich zu den anderen drei Schiffen? Dominant. Keine konnte annähernd mit der Leopard mithalten.

Oha. Alle Kats aus Europa sind schon gestrichen. Das einzige Schiff das uns gefällt wird am Ende der Welt in Südafrika gebaut. C`est la vie. The winner is: Leopard 45. Muss die Jungfer halt doch gleich in einen richtigen Ozean zur Jungfernfahrt. Tröstlich, dass so gut wie alle Leopards gleich raus gehen aus Afrika, die meisten auf eigenem Kiel. Nun kam die freudvolle Aufgabe der Ausstattung, das ist aber ein anderes Kapitel. /HB

3 thoughts

  • Hallo Holger,
    mein nAme ist Johann aus Darmstadt. Bin auf der Informationssuche auf Euren Blog gestoßen. Bei uns steht auch dieAnschaffung eines Kats zur Abfahr nach Malaysia an.
    Nach dem Ausschlußverfahren bin ich ebenfalls bei Leopard gelandet. In den Foren findet sich nicht über Schwachstellen. Es würde mich interessiern welche Ausrüstung ihr gewählt habt.

    Herzliche Grüße

    Johann

    • Hallo Johann, ich freue mich über Deine Nachricht. Malaysia hört sich fantastisch an, da wollen wir auch mit der Rivercafe in ein paar Jahren hin. Ich sehe das auch wie Du, online habe ich nichts unerfreuliches über Leopard gefunden, im Gegensatz zu Fountain Pajot, Lagoon und Bali. Und auch die Profis sagen (überraschend) nichts schlechtes über Leo. Wir werden die Rivercafe für das Liveaboard Leben ausstatten und alles was möglich ist von der Werft machen lassen. Wir nehmen Generator, AC, Waschmaschine, Spülmaschine, Außengrill, Extra Freezer, Solar Panels, Klappprops, Code D auf Furler – und noch einiges weitere. Wenn Du mir konkret sagst was Du wissen möchtest, helfe ich gerne weiter. Bist Du auch mit Christoph Barth im Gespräch?
      Viele Grüße aus Luxembourg
      Holger

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