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Lage, Lage, Lage, Wohnlage

Segellage – Wohnlage

Schon als wir 2016 unsere einjährige Segelreise angetreten haben, hatten wir die Idee. „Vielleicht finden wir einen Ort, an dem wir später – natürlich viel später – mal leben wollen.

Ich glaube inzwischen kennen uns die Immobilienhändler zwischen Valencia und Puerto Rico und ich muss mich sehr irren, wenn uns nicht jeder, mindestens einmal, ein grandioses Angebot unterbreitet hätte.

Wir wollen aber gar nicht suchen, sondern mehr zufällig plötzlich an einem Ort ankommen, mit dem perfekten Klima, dem perfekten Haus oder Grundstück und am liebsten stehen schon ein paar Handwerker mit Hammer in der Hand bereit zum Umbau.

Ein wichtiger Aspekt, der unserer nomadischen Veranlagung entgegenkommt ist, das wir derzeit den Ort so oft wechseln können wie wir wollen und keine Entscheidung endgültig ist. Ist also die Lage am Ankerplatz zu laut (meist weil zu viele Amis Ihre Aircon nebst Generator brodeln lassen), ziehen wir einfach in eine andere Bucht um. Sind unsere Nachbarn betrunkene Feierbiester, die den ganzen Tag grölend im Wasser liegen (selbstverständlich nicht schwimmend sondern auf Poolnudeln) wissen wir, die sind morgen früh mit Hangover wieder unterwegs an einen anderen Partyort. Wie es wohl werden wird, wieder ganz und gar an einem Ort verankert zu sein. Ich bin gespannt. 

Apropos nomadische Veranlagung. Holgers Eltern sind ihr ganzes Leben schon gereist. Zu Beginn der Ehe mit bescheidenen Mitteln unterwegs mit dem Roller durch Frankreich und Italien und später dann per Luxusdampfer über die Weltmeere. Bei Holger kann man also von Vererbung sprechen. Meine Eltern waren immer sehr sesshaft. In Urlaub ging es mit befreundeten Familien in den Allgäu oder an die Nordsee. Bei mir ist die Liebe zum Land weit ausgeprägter als bei Holger, der vermutlich ewig über die Meere schippern würde. 

Ein schöner Traum.

Bei den derzeitigen Preisen sucht man besser keine Immobilie. Wir haben Zeit. Das haben wir aber schon 2016 gesagt und nun dämmert mir langsam: ich muss mal suchen. Nicht für morgen und vermutlich auch nicht für das kommende Jahr, sondern für später. Wann dieses “später” beginnt, ist undefiniert.

Die Sache ist nicht schwierig, weil es NICHTS gibt. Es gibt nur zu viele Variablen. Alle Versuche, Listen zu schreiben scheitern. Zum Beispiel sollte es das ganze Jahr über einigermaßen warm sein und nicht so dauerhaft grau wie in Mitteleuropa. Als wir dann Cornwall besuchten, dachten wir: Hier ist es doch schön. Und es liegt am Meer … und die Leute … und die Sprache … und (das ist jetzt kein Witz) das super leckere Essen, weil Cornwall auf Bio umgestiegen zu sein scheint. Aber es ist grau in Cornwall und warm eigentlich nur im Sommer. (Holger ruft gerade rein: „relativ warm, ein paar Tage im Jahr“). Also nicht Cornwall.

So gibt es nun eine Liste mit Wünschen, die starken Interpretationsspielraum zulassen.

  • Warm (möglichst 9 Monate pro Jahr).
  • Mit Wasserblick oder noch besser Wasserzugang.
  • Für mich kann das ein See sein, Holger würde lieber das Meer sehen.
  • Die Nähe zu unseren Enkeln ist wichtig.

Wir haben auch die hübsche Vorstellung, den Alterswohnsitz mit Freunden zu beziehen. Mit Rike und Stephan, Ulli und Jürgen, Thommy und Birgit haben wir uns schon ausgedacht wie alles sein würde.

Natürlich müssen wir die Sprache sprechen oder lernen. Und es muss eine nette Dame geben, die uns den Haushalt schmeißt, während wir in der Hollywood-Schaukel schaukelnd aufs Meer starren. Mit einem Glas Prosecco in der Hand. (Womit keine Aussage über das angestrebte Land gemacht werden sollte.)

Ich würde gerne an einem Ort leben, an dem kein Dummbeutel von einem Diktator die Macht hat und an einem Ort, an dem nicht jeden Monat Millionen Liter Altöl ins Meer gelassen werden. Quasi müsste meine Weltanschauung zu dem Ort passen. Da fällt Florida leider flach und große Teile Süd-Osteuropas auch.

Ohne Familie wäre die Wahl Hawaii. Aber das ist nun mal auf der anderen Seite der Erde. Das südliche Nordamerika ist toll oder Santa Barbara. Aber selbst, wenn alle Assets strampeln wie verrückt, wird es dafür nicht reichen.

Es wird also vermutlich Südeuropa werden. Wenn Valencia die Küste nicht mit Baumärkten und Parkplätzen gepflastert hätte, wäre der Ort gefunden.

Valencia hat alles. Wir kennen es, fühlen uns dort wohl und es hält unglaubliche Vielfalt und Lebensfreude bereit. Nur haben wir noch kein Haus nach unseren Vorstellungen gefunden.

Also wir in Culebra (Puerto Rico) ankamen, eine westliche Insel der Karibik,  habe ich mich gefragt ob das so ein Wohnort werden könnte. Man setzt einen Fuß an Land und denkt gleich “Wow“. Holger dachte das Gleiche in Bequia.

Serviervorschlag – Auszug aus meinem Tagtraum “Schöner Wohnen”

Ich setze also einen Fuß an Land und denke “Wow”. Es ist warm, das Licht ist weich und ich sehe das Meer oder einen hübschen See. Meine Familie kann mit dem Flieger in max. 5 Stunden hier sein und der Immobilien-Mensch sagt: „Schauen Sie mal, das ist zu verkaufen, ganz günstig, der Staat erhebt keine oder geringe  Vermögenssteuern und Ihre Freunde sind schon auf dem Weg.“

Das Haus hat einen Garten in dem ich Gemüse, Obst und Blumen züchten kann. In der Umgebung wachsen Pinien, die herrlich duften. Die Gegend ist schön grün und die Menschen nett. Ich werde dann ein wenig schreiben und zeichnen und illustrieren und ab und an muss ich zu einem sehr wichtigen myYachtbranding Job nach Abu Dhabi.

So stelle ich es mir vor.  Also fast so schön wie mein jetziges Leben.

Ich suche noch. / Karin Binz

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Lage, Lage, Lage, Wohnlage“

  1. Das ist wirklich nicht so einfach. Für zehn Jahre haben wir uns ja vor 6 Jahren für die Eifel entschieden. Ob wir den Zeitplan durchhalten ist zumindest unklar. So schön die Eifel ist, die Wintermonate sind lang und der Verkehr mit teilweise Gülletransport in halbstündigem Takt, erfreuen uns nicht wirklich. Den nächsten Winter werden wir jedenfalls mehr im Süden verbringen wollen – Spanien oder Frankreich. Unsere Berndorfer Freunde, die auch ein kleines Haus bei Valencia haben senden uns monatelang Sonnenschein-Tage. Im April kommen sie nun in die Eifel zurück, da es dann dort zu heiss sei.
    Das wollen wir so ähnlich im nächsten Winter auch machen.
    LG und weiterhin nicht den Wunsch aus den Augen verlieren.
    Jürgen

  2. Jürgen Cyganek

    Wünsche und Pläne halten uns Jung und sie machen gute Laune. Nomaden haben es natürlich etwas schwerer irgendwo lange zu verweilen – ich spreche da aus Erfahrung – und auch wir hatten klare Vorstellungen wie es ungefähr sein sollte bzw. könnte, smile.
    Und wo sind wir gelandet; es ist fasst das ganze Jahr warm, 5 Std. Flug bis in den Norden (Berlin), Das Meer vor Augen, den Strand ganz leicht zu erreichen….. dort wo wir uns getroffen haben. Wir lieben Teneriffa.
    Schön das ihr so viel Zeit und Anschauungsmaterial habt und Euch auch nichts drängt sofort Sesshaft zu werden. Wir drücken Euch die Daumen das ihr in den nächsten 100 Jahren DEN PLATZ findet, den ihr sucht. LG
    Jürgen und Angelika

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