honeymoon beach

Zurück in den USVI

USVI – Water Island

Wir sind zwar gerade ziemlich seitlich auf der Welt, aber wir bekommen die deprimierenden Nachrichten aus Europa natürlich mit, wenn wir online sind. Es war kein gutes Timing von mir gerade dann über Panzer in Culebra zu schreiben, während ein Irrer ein Land überfallen lässt. Sorry für den Faux-Pas. Unsere Zeit ist offensichtlich doch nicht so weit aufgeklärt, weil sich junge Soldaten immer noch als willenlose Straftäter missbrauchen lassen. Zurück in den USVI

Mit diesem Krieg vor Augen, fällt mir nicht leicht über vergleichsweises Banales zu Berichten. Aber vielleicht verbessert es ein wenig die Laune. Allerdings war unsere Woche kein Highlight.

Kein Vieques

Unsere Idee von Culebra nach Vieques zu segeln um die Biolumineszenz zu besichtigen, ließen wir fallen. Bei uns kamen zu viele Berichte an, dass zurzeit manche Einwohner in Vieques ein ungeklärtes Verhältnis zu Eigentum Anderer haben sollen. Es wird wohl gerade reichlich geklaut, auch von Schiffen. Und der Besitzerwechsel von Beibooten wird offenbar mit Hilfe von Bolzenschneidern intensiviert. Zurück in den USVI

Der Besuch er Lumineszenz hätte es notwendig gemacht, die Rivercafe während ein paar Abendstunden ungesichert am Ankerplatz zurückzulassen. Wir wollten kein leergeräumtes Schiff auffinden und auch der Verlust unseres Dinghis hätte unsere Reisekasse stark belastet und für sehr schlechte Stimmung gesorgt. Ein Dinghi ist mindestens so wichtig, wie ein Auto, wenn man in einem verlassenen Dorf wohnt. Es ist die einzige trockene Verbindung vom Ankerplatz zum Land – also besonders wertvoll.

Keine Empfehlung für Abe

Für den Besuch des Bioresorts braucht man einen Guide. Leider entschieden wir uns für Abe´s Snorkling und der scheint den zweifelhaften Ruf der Insulaner zu bestätigen. Trotz fristgerechter Stornierung sieht er weder die Notwendigkeit mit uns zu kommunizieren noch unsere Vorab-Bezahlung zu erstatten. Wer also nach Vieques kommt: Abe sollte man meiden.

Vieques hätte uns immens interessiert. Die Insel soll 50 Jahre hinter allen anderen karibischen Inseln hinterherhinken. Das liegt daran, dass die Amis hier viele Jahre eine Militärbasis hatten und sich wenig ziviles Leben entwickelt hat. Vielleicht ein anderes Mal. Zurück in den USVI

St. Thomas Zurück in den USVI

So entschlossen wir uns, die Zeit auf den Spanish Virgins zu verkürzen und zu den USVI zurückzukehren. Vier Stunden brauchten wir von Culebra, gegen Wind und ungemütliche Welle, bis St. Thomas. Auf dem Weg stellten wir fest, dass ein Ventil einer Wasserleitung abgerissen war und die Hälfte unseres Frischwassers seine Freiheit im Meer fand. Die andere Hälfte konnten wir retten, indem wir unsere Wasserpumpen ausschalteten.

Ziemlich angesäuert machten wir in der „Brewers Bay“ fest, einer Empfehlung von Segelfreunden. Wir haben offenbar feinere Ohren, denn der Lärm des angrenzenden Flughafens ging uns schnell mächtig auf die Nerven. Passte gut zu unserer gereizten Stimmung. Eine Stunde später lagen wir in der Honeymoon Bay vor Water Island. USVI – Water Island

Ohne reparierte Wasserleitung, hätten wir die USVI gleich wieder verlassen können und die BVI zu einem weiteren Reparaturstopp ansteuern müssen. Das Bordleben ohne Frischwasser liegt irgendwo zwischen unerfreulich und unerträglich. Siehe unser Atlantic Crossing. Wir machten uns gleich daran unsere Wasserversorgung wieder zum Laufen zu bekommen.

Wenig stimmungsaufhellend hatten wir dann plötzlich keinen Internet-Zugang mehr, um die notwendigen Arbeiten zu recherchieren. Der halblegale Liberty Telekomiker in St. John hatte uns nicht so ganz die Wahrheit über die erworbene Datenkarte erzählt. Wir verloren unsere Verbindung zum perfekt ungünstigsten Zeitpunkt, aber davon später mehr. Zurück in den USVI

Nach einiger Zeit hatten wir ein Provisorium installiert, mit dem wir die nächste Zeit klarkommen sollten. Wir warfen den Wassermacher an (nur per Solarenergie) und füllten unsere Tanks wieder mit Frischwasser. Gar nicht so übel für eine Designerin und einen Betriebswirt – und erst recht für Marketingmenschen – dass wir das hinbekamen. Wir wachsen mit den Aufgaben.

Superfreundliche US-Immigration Officer USVI – Water Island

Zurück zum Daten-Schlamassel und Murphys Law. Unsere Online-Verbindung brach just in dem Moment ab, als wir unsere US-Einreiseformalitäten online angeleiert hatten. Der Besuch von Puerto Rico machte eine erneute Anmeldung in den USA nötig. Und dann, mitten im Prozess, waren wir weg – offline. Für mehr als einen Tag. Die freundlichen US-Immigration Officer hatten wohl Mitleid mit uns und schickten uns am nächsten Tag eine Immigration Confirmation per Mail, ohne Video-Interview. Merci villmols, liebe US- Officer. Wenn jemand nochmals über eine schlechte Behandlung bei der US-Einreise berichtet, werden wir eine Lanze für Euch brechen. Zum Dank kauften und hissten wir dann später auch die richtige, weiße USVI Gastlandflagge statt der USA Flagge. Zurück in den USVI

Unser Datenproblem konnten wir dann mit dem Aufwand eines halben Tages und (wie immer) Extrakosten lösen. Als wir unsere Problemchen alle im Griff hatten, nahmen wir zum ersten Mal unsere Umgebung bewusst wahr.

 

Water Island – Honeymoon Bay

Eine schöne Insel, Water Island. Eine tolle Bucht, diese Honeymoon Bay. Bestens geschützt vor Wind und Wellen. Dazu klares Wasser, ein Strand und eine Strandbar namens „Dinghy Bar“. Alles wie im Bilderbuch. Wir beschlossen, hier ein paar Tage ohne Wellen und Probleme zu verbringen und unsere Gereiztheit abklingen zu lassen. Gleich morgens ein Sprung ins Wasser und eine Außendusche bringt die Welt wieder in Ordnung. USVI – Water Island

Water Island liegt seitlich gegenüber St. Thomas mit Crown Bay und dem French Quarter von Charlotte Amalie. Bis zum Mainland sind es 5 Dinghi-Minuten.

Wie bei allen Inseln die wir besuchen, wanderten wir auch über Water Island. Wir fanden eine sympathische, kleine, hügelige Insel, nur 2,5*1,5 km groß. Sehr gepflegt und mit wohnlichen Häusern. Es gibt ein altes Fort und einen alten Garten, der immer noch viel Charme hat. Und natürlich die Honeymoon Bay, mit Seeschildkröten und springenden Rochen. (Schaffen wir leider nie zu fotografieren). USVI – Water Island

Der Name „Water Island“ stammt aus den Zeiten, als Segelschiffe dringend auf Frischwasser angewiesen waren. Wasser gab es hier früher uns so wurde die Insel eher pragmatisch als kreativ „Water Island“ genannt. Piraten ankerten geschützt vor den dänischen Kanonen von  St. Thomas in der Honeymoon Bay, Druif Bay mit dem Zweitnamen.

Freilaufende Schildkröten, Blumen jeder Art. Komplizierte Planung: Versorgungsschiff nach Water Island

cruise ship floating bar

Cruise Ship Ankunft, Floating Bar (links das grüne Ding)

Heute leben hier 50 Einwohner und die sammeln Regenwasser. Es gibt kein Geschäft und zum Einkaufen muss man per Boot oder Fähre nach St. Thomas. Es ist ein einfaches und ruhiges Leben. Bis auf sonntags, dann steppt der Bär. Dann kommen einige bescheidene und sehr viel weniger bescheidene Mainlander von St. Thomas mit kleinen und nicht so kleinen Booten, zum Posing Festival am Strand. Der Lärmpegel der Powerboote (leicht über 1000 PS) kann locker Formel 1 Niveau erreichen. Abends ist der Spuk dann vorbei, bis zum nächsten Sonntag. / Holger Binz

Sonntag am Strand für die Mainlander

 

Wetterbericht:

Sonnenaufgang 6:38 h, Sonnenuntergang 18:26 h, Temperatur Tag 29 Grad C, Nacht 23 Grad. Wind 4-6 Bft, wenig Regen, meist sonnig

2 Kommentare zu „Zurück in den USVI“

  1. Jürgen Cyganek

    Es klingt wieder so als wollten Euch die Probleme ein wenig auf Eurer Reise begleiten. Sehr schön das ihr sie abschütteln und danach dann auch wieder genießen konntet. Wenn ich als Leser versuche es nach zu vollziehen -ihr schreibt Eure Texte aber auch so intensiv- dann fällt es mir leicht mich hinein zu versetzten.
    Nun solltet ihr aber mal wieder eine ruhige Zeit haben….. das wünschen wir Euch auf alle Fälle.
    liebe Grüße
    Jürgen und Angelika

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